Chronologie von „Forum Platt“

(zumindest teilweise von der Vorgänger-Homepage übernommen)

 

- Frühjahr/Sommer 1998: Angeregt durch Karl Fidesser wurden von Franz Hnizdo, Ilse Schöndorfer u. Birgit Schretzmayr erste Überlegungen angestellt und Ideen diskutiert, wie man in Platt eventuell archäologisch und historisch tätig werden könnte.

  

- Ab Sommer 1998: Vorgespräche in kleiner Runde in Platt. Beteiligt war neben den oben genannten Personen auch Josef Pfeifer, der in der Folgezeit die dringend nötigen Kontakte zur Politik herstellen sollte. Ausgehend von der Frage, ob es in Platt ein Schloss gegeben hat und wo dieses zu suchen sei, kamen wir zu dem Entschluss, mehr für die Erforschung der interessanten Vergangenheit des Ortes tun zu wollen. Weitere Gespräche mit Bürgermeister Karl Platz und LHStv. Dr. Hannes Bauer in St. Pölten. Schließlich beschlossen wir, einen Verein zu gründen.

 

- Herbst/Winter 1998: Erste "Streifzüge" bzw. Begehungen durch F. Hnizdo, I. Schöndorfer und B. Schretzmayr auf Platter Äckern. In den Fluren "Reitlüsse" und "Reitfeld" lassen Oberflächenfunde (z. B. Keramikteile, Hüttenlehmbrocken) auf eine mögliche urgeschichtliche Besiedelung schließen.

 

- 23.01.1999: Konstituierende Sitzung in Platt - mit Unterstützung der nö. Landesregierung, besonders von Seiten Dr. Bauers, konnten über die zuständigen Gemeinden Geldmittel zur Verfügung gestellt werden.

 

- Frühjahr 1999 Kontaktaufnahme mit den Wissenschaftern Günther Dembski und Veronika Holzer, die sich schon seit Jahren mit der Keltensiedlung am Sandberg beschäftigen.

 

- 15. 05. 1999: "Projekt Sandberg" wird vom Vereinsvorstand beschlossen.

 

- 22. 08 1999: "Forum Platt" läßt anläßlich der 150- Jahr - Feier der Ulrichskirche in Platt eine Linde pflanzen und einen Gedenkstein mit Tafel aufstellen.

 

- 11.09.1999: Auftragsvergabe "Projekt Sandberg" über geomagnetische Messungen an die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), Archeo Prospections, und Pressekonferenz.

 

- 11. 12. 1999: Computerpräsentation "Blick in die Erde" von Wolfgang Neubauer für die Vorstandsmitglieder 

 

- 29. 01. 2000: Erste Generalversammlung in Zellerndorf mit Vorträgen von W. Neubauer und G. Dembski.

  

- 08. 02. - 30. 06. 2000: Im Rahmen der Ausstellung "Kelten, Römer, Christen. Der Weg des Christentums nach Österreich" in der Münze Wien wird das Forschungsprojekt "La-Tène- Siedlung Roseldorf-Sandberg" vorgestellt.

 

- 18. 02. 2000:  Kostenvoranschlag für die geplanten Ausgrabungen in Roseldorf wird dem Vorstand vorgelegt: Geplant sind 3 Projektstufen auf 5 Jahre, Gesamtkosten 8,16 Mio ATS, davon müßten 4,42 Mio ATS als Fördermittel vom Land NÖ und vom Verein aufgebracht werden.

 

- Frühjahr 2000: Weitere intensive Gespräche mit den zuständigen Stellen im Land und in den Gemeinden. Vorschlag, man möge an ein EU- Projekt denken. Hr. Karl Fidesser und Hr. Karl Binder legen im Platter Aufeld ein Stück eines Erdstalles frei; nach der Dokumentierung wird dieser wieder zugeschüttet. 

 

Fotoquelle: Vielen Dank an Hrn. Ing. Karl Hehenecker!

 

- 29. 04. 2000: Tagesausflug von Vorstandsmitgliedern und Plattern zum Schotterwerk des Hr. A. Lasselsberger in Pöchlarn, Firmenführung, Besuch der Landesausstellung im Stift Melk, Heurigenbesuch in der Wachau.

 

- Mai 2000: Beginn der Arbeit an unserer Vereinshomepage; damaliger Webmaster: Charles Wardell

 

- 23. 05. 2000: Frau Ilse Schöndorfer sieht im Archiv des Wiener Schottenstiftes Platt und Zellerndorf betreffende Originaldokumente ein.

 

- 01. 06. 2000: Radtag in Retz: F. Hnizdo, I. Schöndorfer und B. Schretzmayr präsentieren von ihnen entworfenes und hergestelltes Plakat "Fenster in die Vergangenheit - Archäologie in Platt", Verteilung von Info- Material.

 

- 09. - 28. 07. 2000: Ausgrabung Platt - Reitlüsse: Sie wurde unter der Leitung von Wolfgang Neubauer und Michael Doneus in einer Kooperation des VIAS (Vienna Institute for Archaeological Science) , der ZAMG (Archeo Prospections) und des Institutes der Ur- und Frühgeschichte mit Mitteln der Uni Wien, der Kulturabteilung des Landes NÖ sowie mit finanzieller Unterstützung durch die ZAMG, des "Forum Platt" und logistischer Hilfe durch die Gemeinde Zellerndorf durchgeführt.

 

- 29. 07. 2000: Vereinsvorstand beschließt Übernahme der Trägerschaft für das "Projekt Sandberg", die Projektleitung wird Fr. Dr. Holzer übertragen. Ein Arbeitskreis aus Vertretern der zuständigen Gemeinden wird gebildet. Die Region "Schmidatal - Pulkautal" soll nach dem Vorbild des Projektes "Bernsteinstraße" erfaßt und aufbereitet werden. Wesentliche Zielsetzungen: wissenschaftliche Erforschung und kulturelle Nutzung der Ergebnisse, Nutzung der naturräumlichen Ressourcen sowie touristische Attraktivitätssteigerung der Region.


Die gesamten Kosten für die geomagnetischen Messungen in Roseldorf und Platt, 790.032 ATS, sind an die ZAMG gezahlt. Das "Forum Platt" beteiligt sich mit einer finanziellen Unterstützung von 50.000 ATS an den Ausgrabungen in der Flur "Reitlüsse".

 

- 07. 10. 2000: Der Archäologische Rat des Wissenschaftsministeriums empfiehlt nach Prüfung der vorliegenden Unterlagen Testgrabungen zur Kontrolle der geomagnetischen Messungen der Keltensiedlung Roseldorf durchzuführen.

 

- 28. 10. 2000: Während des Zellerndorfer Kürbisfestes wird im "Kulturkeller" die Ausstellung "Steinzeit in Platt" gezeigt und Info-Material über den Verein verteilt. Aufbau und Betreuung: F. Hnizdo. Initiierung: Msgr. Dechant Franz Mantler.

 

Die kleine Ausstellung erfreute sich regen Interesses, auch neue Mitglieder konnten gewonnen werden.

 

- Herbst/Winter 2000: Weitere Gesprächsrunden (geführt von J. Pfeifer und V. Holzer) mit der Landesregierung und den zuständigen Stellen in Wien und in den Gemeinden. Über die Region "Schmidatal - Pulkautal" soll von einem bekannten Raumplanungsbüro eine Projektstudie erstellt werden, die eventuell schon im Frühjahr 2001 fertig sein könnte. Falls diese geplante Studie danach von den zuständigen EU- Gremien genehmigt wird, könnten rasch -bei gesicherter Finanzierung- die nötigen Testgrabungen durchgeführt werden. F. Hnizdo widmet sich dem Zusammensuchen und Kleben passender Keramikfragmente aus der Grabung "Reitlüsse".


Erscheinen der "Zellerndorfer Chronik" mit einer Kurzvorstellung des "Forum Platt".


Ausbau der Platt - Homepage. Baubegleitende archäologische Untersuchungen am Platter Brunnfeld, durchgeführt vom Verein ASINOE, Krems. Örtliche Grabungsleitung Mag. Ulrike Pietzka. Funde aus der Frühbronzezeit.

 

- 13. 11. 2000: F. Hnizdo und I. Schöndorfer sind Gäste bei der Generalversammlung des "Club Schrattenthal", stellen das "Forum Platt" vor und zeigen Ausgrabungsfunde.

 

- 05. 12. 2000: Prof. Dr. Gerhard Trnka und Frau Dr. Elisabeth Ruttkay, Spezialistin für Jungsteinzeitkeramik, begutachten in Platt die Keramik aus der Grabung "Reitlüsse". Sie bestätigen die Datierungsansätze in die Mährisch Österreichische Baalberger- Gruppe (in Mähren spricht man von der Trichterbecherkultur), Phase A1.

 

- 20. 01. 2001: Zweite Generalversammlung in Roseldorf, Diavorträge von W. Neubauer ("Die Ergebnisse der Magnetfeldmessungen in Roseldorf") und G. Dembski ("Keltische Münzen - Funde aus Roseldorf"). Obmann Pfeifer betont, dass es sich um ein grenzüberschreitendes, überregionales Projekt handelt, an dem die Bevölkerung aktiv mitarbeiten soll.

 

- 16. 03. 2001: In der "Niederösterreichischen Wirtschaft" erscheint der Artikel "Die Suche nach dem verschollenen Schloss. Geschichtliches und Sagenhaftes rund um Platt" von Werner Lamm.

 

- 31. 03. 2001: Klavierabend zu Gunsten unseres Vereines von Fr. Waltraud Freytag, Klavierlehrerin und Schriftführerin des "Forums". Durch den Abend führte mit einfühlsamen und launigen Worten Univ. - Prof. Dr. Erich Vanecek, Leiter der Abteilung für Musikpsychologie an der Uni Wien. Das Konzert war sehr gut besucht und fand großen Anklang, insgesamt gingen mehr als 5.000 ATS Spenden für die Vereinsarbeit ein. Herzlichen Dank allen Spendern!

 

- 31. 03. 2001: Klavierabend zu Gunsten unseres Vereines von Fr. Waltraud Freytag, Klavierlehrerin und Schriftführerin des "Forums". Durch den Abend führte mit einfühlsamen und launigen Worten Univ. - Prof. Dr. Erich Vanecek, Leiter der Abteilung für Musikpsychologie an der Uni Wien. Das Konzert war sehr gut besucht und fand großen Anklang, insgesamt gingen mehr als 5.000 ATS Spenden für die Vereinsarbeit ein. Herzlichen Dank allen Spendern!

- April 2001: Disposition und Arbeitsvorschlag "Kultur Region Westliches Weinviertel" des mit der Ausarbeitung der Projektstudie betrauten Regionalentwicklungsbüros liegt vor. Das Papier soll in das Leader - Plus - Programm übernommen werden. Die Finanzierung der für den Sommer 2001 geplanten sechswöchigen Testgrabung in der Keltensiedlung Roseldorf ist gesichert.

 

- Juli 2001: Dreiwöchige Grabung in der Platter Flur "Reitlüsse" ("Pazeltfeld"), Öffnung einiger Gruben in der Nähe des im Vorjahr untersuchten Areals. Diesmal konnten Funde aus der Bemaltkeramischen Kulturstufe (Lengyel), mittlere Jungsteinzeit, ca. 4. 500 - 4. 800 v. Chr., geborgen werden. Die Fundgegenstände sind somit um einiges älter als die Funde vom Sommer 2000. Der Befund ergab eine aus vier Gruben bestehende jungsteinzeitliche Arbeitsstätte mit acht Pfostenlöchern, die somit eine Rekonstruktion einer ehemals vorhandenen Überdachung zulassen.

 

- Juli - August 2001: Sechswöchige Probegrabung in der Keltensiedlung Roseldorf. Die Finanzierung erfolgte durch Mittel der Gemeinden Sitzendorf und Zellerndorf, des Vereines "Forum Platt" sowie des Naturhistorischen und Kunsthistorischen Museums in Wien.
Die Grabung im Bereich von einst abgebrannten Grubenhäusern erbrachte einen schönen Befund: ein unterkellertes und zumindest zweigeschossiges Haus war in seinem Grundriß gut erkennbar. In ihm wurde einst Getreide gelagert, von dem die Archäologen viele verkohlte Reste bergen konnten. Mehrere Abfallgruben enthielten neben Tierknochen viele Keramikfragmente. Zu den weiteren Funden zählen Schmuckstücke aus Metall und Glas sowie einige Münzen. Aufgefundene verkohlte Holzreste (von Holzwänden, -böden und Pfosten) werden in Zukunft im Labor archäobotanisch untersucht.

 

- 28. 07. 2001: Sehr gut besuchter "Tag der offenen Tür" auf dem Grabungsareal Roseldorf: Präsentation von Fundstücken, Führungen und wissenschaftliche Erklärungen durch Grabungsmitarbeiter. Und auch für Speis' und Trank war bestens gesorgt!

 

- 08. 09. 2001: Abschlussfest der Aktion "RETZER LAND - FEURIGES LAND" in der Platter Kellergasse Leithen. Im "Archäologiekeller" F. Hnizdos wurden Fundgegenstände aus der Platter Flur "Reitlüsse" gezeigt und Kopien von Trichterbechern im vor Ort selbstgebauten Ofen im Holzfeuer hochgebrannt und zum Verkauf angeboten.

 

- Herbst 2001: Die Funde aus der Keltensiedlung Roseldorf werden im Naturhistorischen Museum in Wien wissenschaftlich bearbeitet und ausgewertet. Ziel der Vereinsarbeit im Herbst und Winter ist es, die Finanzierung weiterer Grabungskampagnen im Zuge des "Projektes Sandberg" auszuverhandeln und sicherzustellen.

 

- 27. 10. 2001: Während des Zellerndorfer Kürbisfestes wurden von F. Hnizdo Funde der Platter Grabungskampagnen 2000 und 2001 ausgestellt und Originalkopien der Trichterbecher zum Verkauf angeboten.

 

- November 2001: Der Vereinsvorstand beschließt die Kooptierung des Geschäftsführers des Leader + Verbundes Weinviertel (= umfasst 5 Kleinregionen im westlichen Weinviertel, Regionalentwicklungsprogramm, Hauptthema: Wein), Hr. Andreas Richter, in das "Forum Platt". Angestrebt wird die Erstellung eines Gesamtkonzeptes, eine genaue Zieldefinition in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, dem vom Verein eingesetzten Arbeitskreis, den zuständigen Stellen im Land und Bund, auch im Hinblick auf die geplante Landesausstellung 2005.


Eine Broschüre über die bisherigen Grabungsarbeiten und wissenschaftlichen Ergebnisse soll erstellt und den Bewohnern der Gemeinden Sitzendorf und Zellerndorf sowie allen Vereinsmitgliedern zugestellt werden.


Der Vereinsvorstand beschließt die Festlegung eines neuen Mitgliedsbeitrages ab 2002: jährlich 10 EURO.

 

- 26. 01. 2002: Obmann J. Pfeifer gibt während der Generalversammlung unseres Vereines im Gasthaus Graf, Zellerndorf einen Ausblick auf die geplante Grabungskampagne Keltensiedlung Roseldorf/ Sandberg Süd im Sommer 2002: derzeit sind Gelder in der Höhe von etwa 43.603 Euro (600.000 ATS) zugesagt. Adaption der Vereinsstatuten: Die Funktionsdauer des Vorstandes beträgt nun drei Jahre, die Errichtung von Zweigvereinen kann bei Bedarf vorgenommen werden.

 

- 13. 03. 2002: Unter der Devise "Unsere Kinder sind die Kulturträger von morgen" initiierte F. Hnizdo in Absprache mit BM Willi Ostap in der Hauptschule Zellerndorf eine kleine Ausstellung der archäologischen Funde aus Platt.

 

- 14. 06. 2002: Benefizkonzert - Klavierabend - Waltraud Freytag

 

- 27. 07. 2002: "Tag der offenen Tür" auf der Grabung Keltensiedlung/Sandberg nachmittags von 13.00 - 18.00 Uhr

 

- Juli - August 2002:  Fürstensitz - Keltenstadt "Sandberg" Forschungsprojekt Wissenschaftliche Projektleitung: Dr. Veronika Holzer Ausgrabung 2002 - Kultstätte

 

Nach den großartigen Ergebnissen der vorjährigen Grabung wurde auch heuer wieder in der Zeit vom 8. Juli bis 16. August ein Teil der keltischen Siedlung "Sandberg" ausgegraben und wissenschaftlich untersucht.
Die örtliche technische Grabungsleitung übernahm diesmal Dr. Gerald Fuchs, Archäologe und Gründer der seit 1991 bestehenden Firma ARGIS Archäologie Service OEG in Kleinstübing/STMK. (Internet:
www.argis.at) Die Grabungsmannschaft setzte sich aus rund 15 Studenten verschiedener archäologischer Fachrichtungen aus Wien und Graz zusammen. Finanziert wurde die Grabung durch die beiden Gemeinden Sitzendorf und Zellerndorf sowie die Wiener Museen Natur- und Kunsthistorisches Museum. Tatkräftige Unterstützung erfuhr die Grabung durch Sachleistungen der beiden Gemeinden und viel Einsatz seitens der Bevölkerung.
Das heuer ergrabene Objekt weist eine quadratische Grabenstruktur auf und liegt am östlichen Rand der Siedlung auf der Parzelle Nr. 1484 (Eigentümer: Franz Greil). Nach dem Einmessen und Ausstecken der Grabungsfläche - etwa 700 m² - wurde die Humusschicht mit dem Bagger abgeschoben. Die Reinigung der Oberfläche zeigte neben anderen Verfärbungen erfreulicherweise die erwartete quadratische Grabenanlage von ca. 21m Seitenlänge. Der Graben war an der Oberfläche etwa 3m breit und wies eine Tiefe von mehr als einem Meter auf. Die Form dieser Anlage mit einem Eingangsbereich im Osten Richtung aufgehender Sonne zeichnet sie als etwas Besonderes aus und lässt an eine Kultstätte oder an ein Heiligtum denken.
Bestätigung fand diese Annahme durch den Fund zahlreicher Deponierungen rituell zerstörter Überreste von Opfern und Trophäen im Graben. Dabei handelte es sich um Waffen jeglicher Art - Schwerter, Schwertscheiden und Schwertketten, Schildbuckel, Lanzenspitzen - , Werkzeuge und landwirtschaftliche Geräte, Wagen- und Schirrungsbestandteile, Schmuck und Objekte mit Amulettcharakter. Es fanden sich aber auch vereinzelt Reste menschlicher Knochen und viele Tierknochen, wahrscheinlich Überreste des Fleischverzehrs bei Opfermahlen.

Wie ähnliche Beispiele vor allem aus Frankreich (z. B. frühkeltisches Heiligtum von Vix in der Bourgogne; dazu ein Buchtipp: Das Rätsel der Kelten vom Glauberg. Glaube - Mythos - Wirklichkeit, Theiss - Verlag 2002; Internet: www.theiss.de) zeigen, handelt es sich bei solchen Heiligtümern um Opferplätze, an denen Menschen die Anwesenheit der Götter zu erkennen glaubten und versuchten, durch Opfer auf diese Einfluss zu nehmen. Durch Opferhandlungen versuchten die Menschen die existentielle Not zu überwinden, das Bedürfnis nach Gesundheit, Fruchtbarkeit, Glück und Erfolg in allen Lebensbereichen bis hin zum Krieg zu befrieden. Ebenso glaubte man, damit schwere Vergehen sühnen zu können. Im blutigen Opfer wurden Tier und Mensch getötet, im unblutigen Speise und Trank dargebracht. Aber auch wichtige, mit Symbolwert behaftete Objekte wie Waffen, Arbeitsgeräte, wertvolle Gefäße, Schmuckstücke und Münzen wurden geopfert. Oft diente zusätzlich Kriegsbeute als Opfer, z. B. die Rüstung, aber auch der Kopf des getöteten Gegners. Die Trophäen wurden öffentlich zur Schau gestellt und nach dem Akt des Vernichtens, Zerstörens und Unbrauchbarmachens wie Töten, Verbrennen, der Verwesung überlassen, Zerbrechen, Verbiegen, Zerhacken, Verschütten, Zerstreuen etc., durch den der Transfer der Opfergabe zur Gottheit erst ermöglicht wurde, deponiert.

 

 

Bericht von Harald Jandrasits (KHM Wien) über numismatische Funde aus Roseldorf

 

Die Gegend von Eggenburg weist schon Anfang des 18. Jahrhunderts die ersten Funde von keltischen Münzen auf (z. B. "Regenbogenschüsselchen" - Goldmünzen in Schüsselform.)
Erste Hinweise auf die Existenz einer möglichen Münzprägestätte in Roseldorf brachte der Fund eines zur Schrötlingsform umfunktionierten Gefäßbruchstückes, einer sog. "Tüpfelplatte".
Es handelt sich dabei um das Randstück eines keltischen Gefäßes aus Graphitton, in welches eine kleine, muldenförmige Vertiefung gemacht wurde, die man später mit Goldschmelz ausgoss. Dieser sog. Münzschrötling musste dann nur noch geprägt werden.
Kurze Zeit später wurden die ersten kleinen Silbermünzen aus Roseldorf bekannt. Man benannte sie aufgrund ihrer bis zu diesem Zeitpunkt so gut wie unbekannten Rückseitendarstellungen nach ihrem Fundort Roseldorf. Später fand man noch weitere Beweise für eine Münzprägestätte, so z. B. zerhacktes Fremdgeld und Silber- bzw. Goldstäbe. Weiters wurden einige zur Prägung vorbereitete Schrötlinge geborgen.
Dass man auch hier auf persönlichen Profit großen Wert legte, beweisen die zahlreichen Funde von gefälschten Goldmünzen. Dabei wurde über einen Bronzeschrötling eine Vergoldung angebracht und danach geprägt. Auf ähnliche Weise erzeugte man sogar für den Handel bestimmte gefälschte Goldstäbe.
Dass die keltische Siedlung von Roseldorf auch große wirtschaftliche Bedeutung gehabt hat, zeigen die vielen Münzbelege verschiedener anderer Keltenstämme. Anscheinend bestand hier die stärkste Verbindung zu den Boiern in Böhmen. Eine weitere Handelsbeziehung existierte sicherlich auch zu den Vindelikern in Südbayern.
Funde des Typus Roseldorf waren nördlich der Donau vom westlichen Weinviertel bis an die March verbreitet, südlich der Donau reichen die Funde vom Raum Linz über die Umgebung Sankt Pöltens bis ins nördliche Burgenland mit Streufunden in Westungarn. Offensichtlich waren die Typen Roseldorf I und II nicht nur Lokaltypen, sondern erreichten - bedingt durch die Stellung Roseldorfs als Handelszentrum - auch überregionale Bedeutung.

Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass die vergangenen und noch geplanten Grabungen in Roseldorf einiges zur Klärung der vielen noch offenen Fragen beitragen werden.

 

- Oktober 2002: Ausschnitt aus dem von Dr. Veronika Holzer, wissenschaftliche Leiterin des Forschungsprojektes "Fürstensitz - Keltenstadt Sandberg", verfassten "Ausgrabungsbericht Sommer 2002":

Zu den Funden: Es wurden insgesamt über 1.300 Fundnummern vergeben. Im Gegensatz zum Fundspektrum aus täglich bewohnten Siedlungsarealen kam Keramik während der heurigen Grabungssaison im Bereich der Kultstätte selten vor. Keramik fand sich nur vereinzelt in wenig zerscherbtem Zustand in Fundkonzentrationen. Häufiger kamen Tierreste zu Tage, die teilweise noch im Verband erhalten waren. Es fällt auf, dass kein einziger Tierschädel gefunden wurde.
Besondere Aufmerksamkeit erregten zahlreiche Metallfunde, vorwiegend Waffenteile. Zur üblichen keltischen Waffenausrüstung zählten Schwert, Lanze, Schild, Bogen mit Pfeilen, Schleuder, Messer, Helm, Panzer und Streitwagen. In der Anlage am Sandberg sind am häufigsten Fragmente von Schwertscheiden anzutreffen. Sie wurden absichtlich zerstückelt oder mehrfach verbogen; selten finden sich in ihrer Länge ganz erhaltene Stücke.
Ergänzend zu den Waffendeponierungen wurden auch Schmuckstücke wie Fibeln und Objekte mit Amulettcharakter im Graben gefunden.
Auffällig ist die häufige Kombination von Metallfunden mit Tierknochen. Möglicherweise handelt es sich bei diesen Knochen um die Reste von Opfermahlen. Geplante Untersuchungen werden ev. Hinweise auf bestimmte bevorzugte Opfertiere bzw. Körperteile von Opfertieren liefern.

Interpretation der Grabenanlage am Sandberg:
Durch das umfangreiche Fundmaterial und das Fundspektrum, vor allem aber durch die Funddeponierungen im Graben nach vorhergegangener ritueller Zerstörung der Objekte ließ sich die Annahme einer einstigen keltischen Kultstätte bestätigen.
In den Heiligtümern und Kultstätten der Kelten wurden im blutigen Opfer Tiere und vereinzelt auch Menschen getötet, im unblutigen Opfer Speise und Trank dargebracht. Vollzogen wurden solch rituelle Handlungen meist von den Druiden, den Philosophen und Gottesgelehrten der Kelten. Die Druiden bestimmten ebenso über Krieg oder Frieden, waren an der Gesetzgebung beteiligt und sprachen Recht.

Die Kultstätte vom Sandberg zeigt Ähnlichkeiten (in Form und Größe der Anlage, Fundspektrum etc. ) mit den keltischen Kultplätzen des sog. gallischen Typs in Westeuropa; Unterscheide offenbaren sich nur in der kurzen Belegungsdauer. Eine Nutzung des Heiligtums am Sandberg in spätlatènezeitlicher und römischer Periode lässt sich derzeit nicht nachweisen, Kulthandlungen dürften sich auf die Mittellatènezeit ( um 300 bis 200 v. Chr.) beschränkt haben. Auch eine spätere Überbauung oder Überdachung ist bis jetzt nicht nachgewiesen.

- 26. 10. 2002: Anlässlich des Zellerndorfer Kürbisfestes wurden von Veronika Holzer, Ilse Schöndorfer und Birgit Schretzmayr einige bemerkenswerte Fundstücke (darunter schon restaurierte Eisenobjekte, z. B. Fibeln, Achsnagel, Ortband, Amulett, Schwertkette) und Fotos der Grabungskampagnen 2001 und 2002 sowie Infomaterial über das Forschungsprojekt "Fürstensitz - Keltenstadt Sandberg", den Verein "Forum Platt" und das auf das keltische Samhainfest zurückgehende Halloweenfest präsentiert bzw. verteilt, weiters T - Shirts mit dem neuen Projektlogo und Broschüren zum Kauf angeboten. Viele interessierte Besucher in "unserem Keltenkeller" ließen uns trotz niedriger Außentemperaturen daher wenig Zeit zum Frösteln!

 

- Herbst 2002: In der von ECO Plus und unserem Verein "Forum Platt" beauftragten Machbarkeitsstudie, welche bis Ende 2002 vorliegen wird, soll u. a. das Projekt "Fürstensitz - Keltenstadt Sandberg" als Schwerpunkt in einen "Themenweg Archäologie Sitzendorf - Zellerndorf" eingebaut werden.
Wir bemühen uns derzeit, die Finanzierung weiterer wichtiger Grabungskampagnen sicher zu stellen.
Voraussichtlicher Termin für unsere nächste (wohl "offene") Generalversammlung: SA, 25. 1. 2003, ab 14 Uhr im Gasthaus Pfannhauser in Roseldorf.
Eine kleine Fundpräsentation und ein Vortrag über die Grabungen in Roseldorf sind in Planung, Näheres wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Eine von Veronika Holzer verfasste Broschüre über die Ausgrabung 2002 soll auch heuer wieder an alle Vereinsmitglieder und Einwohner der Großgemeinden Zellerndorf und Sitzendorf versendet werden.

 

- 25. 01. 2003: Unsere 5. Generalversammlung fand diesmal im Gasthaus Pfannhauser in Roseldorf statt. Obmann Pfeifer betonte in seinem Bericht v. a. die gute Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden, dem NHM und KHM sowie dem Land NÖ und dankte allen für die geleistete Arbeit. Die Grabungskampagne im Sommer 2003 ist durch finanzielle Zusagen gesichert, die entdeckte keltische Kultstätte soll zur Gänze ergraben werden. Neben der Forcierung der archäologischen Arbeit steht die touristische Attraktivitätssteigerung der gesamten Region im Mittelpunkt unserer Bemühungen.
Die Leiterin des Projektes "Fürstensitz - Keltensiedlung Sandberg", Veronika Holzer, gab in einem Diavortrag noch einmal einen eindrucksvollen Überblick über die Ausgrabungskampagnen der Jahre 2001 und 2002. Präsentiert wurden u. a. das neugeschaffene Projektlogo "Gürtelhaken", zwei Drachenfiguren und den "Herrn der Tiere" darstellend sowie zahlreiche Dias von schon restaurierten Eisenobjekten aus der im Vorjahr freigelegten Kultstätte, darunter Schwerter, Schwertscheiden mit Verzierungsresten, Lanzenspitzen, Schildbuckel, eine Schwertkette mit flachgehämmerten Gliedern, Funde von einem Wagen sowie ein sternförmiges Amulett aus Weißbronze.
Von HR Dr. G. Dembski wurden bisher etwa 800 aus der Keltensiedlung Roseldorf stammende Münzen wissenschaftlich bearbeitet.
Bei der Grabung 2001 fand man u. a. 120 kg verkohlte Getreidereste, Holzbalken im verkohlten Zustand (vorwiegend Eichenholz) und einen interessanten orangefarbenen Brocken, der sich nach der Untersuchung als Arsensulfid/"Arsenik" entpuppte und einst wahrscheinlich als Aufputsch- und Färbemittel verwendet wurde, aber auch in der Glaserzeugung Verwendung fand. HR Dr. W. Jobst, "Chefarchäologe" der nö. Landesregierung und Leiter der Ausgrabungen in Carnuntum, sprach von sensationellen Ergebnissen. Die Roseldorfer Funde und Befunde schlagen eine Brücke nach Westeuropa, vor allem nach Frankreich.
Anschließend stellte Hr. Dr. Rapp von der Firma Kohl und Partner die Ergebnisse des Schlussberichtes der Machbarkeitsstudie für unsere Region vor,- mit allen Möglichkeiten einer touristischen Nutzung der Keltensiedlung, darunter etwa eine virtuelle Darstellung keltischen Lebens im Bereich der Grabungsfläche, Lehrpfade mit Schautafeln, Möglichkeiten, selbst keltische Münzen zu prägen sowie die Errichtung eines Besucherzentrums im Gemeinschaftshaus in Platt mit Multimediashow, Originalfunden und Shop. Das Investitionsvolumen beträgt dabei etwa 1, 6 Mio EUR. Es kam unter den Anwesenden zu einer lebhaften Diskussion einzelner Vorschläge.
Die Generalversammlung genehmigte schließlich die Machbarkeitsstudie als Grundlage für weitere Arbeiten, weiters wurde eine für die zukünftigen touristischen Aktivitäten notwendige Gründung eines Zweigvereines angekündigt. Der derzeitige Mitgliedsstand des Forum Platt beträgt 245 Personen. Von wissenschaftlicher Seite ist die Anregung und der Wunsch gekommen, wegen der aus archäologischer und geologischer Sicht äußerst interessanten Stellung des Sandberges in Zukunft ein grenzüberschreitendes wissenschaftliches EU - Projekt mit Partnerschaften mehrerer Universitäten anstreben zu wollen.

Derzeit wird an der Herstellung eines wissenschaftlichen Vorberichtes und einer für den allgemeinen Verkauf bestimmten bunten Infobroschüre über die Keltensiedlung gearbeitet. Die heurige Grabung ist ausfinanziert, wird erneut von Dr. G. Fuchs von der Firma Argis geleitet und vom 8. 7. - 22. 8. 2003 dauern. Als Tag der offenen Tür wurde SA, 9. 8., vorgeschlagen.
Für heuer hat die Tourismusfirma Expedition Zone bzw. ARGE Wissenschaftstourismus vor, zahlende "Archäologietouristen" auf der Grabung mitarbeiten zu lassen. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem Verein und Dr. Fuchs als Leiter der Ausgrabung wurde bereits getroffen, 10 % der dabei zu erwartenden Einnahmen gehen an das Forum Platt.
Der Verein der Freunde des NHM Wien hat eine namhafte Summe zur Unterstützung der weiteren Grabungsarbeiten überwiesen; wir bedanken uns dafür!

 

- April 2003: Gründung des Zweigvereines "Forum Sandberg - Archäologisch Historische Initiative" - Der neue Verein, der im wesentlichen die gleichen Statuten wie unser "Stammverein" und die gleichen Funktionäre (ein neuer Obmann Stv. ist Hr. Johann Knell aus Roseldorf) besitzt, wurde gegründet, um touristische Aktivitäten setzen zu können. Alle Mitglieder des "alten" Vereines sind nun ebenfalls Mitglieder des Zweigvereines, haben aber natürlich nur einmal den jährlichen Mitgliedsbeitrag von 10 EUR zu entrichten.
Derzeit überlegt man, welche Ideen aus der Machbarkeitsstudie realisiert werden sollen/können. Das ist v. a. von den finanziellen Möglichkeiten der betroffenen Stellen abhängig.

 

- Juni 2003: Unser Verein "Forum Platt" beschließt, einen Markenschutz für die Bezeichnung "Keltenwein Sandberg" zu beantragen. Dr. Johannes Tuzar, Direktor des Eggenburger Krahuletzmuseums, wird in unseren Vorstand kooptiert. Als Namen für die bereits vorliegenden zwei Druidinnen - Maskottchen von Fr. Kimbacher, Graphikerin, werden Adsaluta (Mutter) und Sine (Mädchen) vorgeschlagen, der Name für das Mädchen später in Situzella, - eine originelle Wortkreation von Hr. Jagenteufel, nach den beteiligten Gemeinden Sitzendorf und Zellerndorf -, geändert.
Obmann Josef Pfeifer lädt alle Anwesenden im Hinblick auf seinen bevorstehenden 70. Geburtstag zu einer warmen Kellerjause ein.

 

- Juli - August 2003: Die im Vorjahr begonnene wissenschaftliche Untersuchung des keltischen Heiligtums am Sandberg wurde heuer im Zeitraum vom 14. 7. - 22. 8. fortgesetzt. Die örtliche Grabungsleitung übernahm erneut Dr. Gerald Fuchs, Firma ARGIS Archäologie Service OEG, die Grabungsmannschaft setzte sich aus etwa 12 - 13 Studenten diverser archäologischer Fachrichtungen aus Wien und Graz zusammen, finanziert wurde die Grabung durch die Gemeinden Sitzendorf und Zellerndorf, die Wiener Museen Natur- und Kunsthistorisches Museum und durch den Verein der Freunde des NHM Wien.
Der diesmal ergrabene Bereich des Heiligtums umfasst die NW - Ecke, die gesamte W - Seite und den westlichen Bereich der S - Seite des Grabenquadrates. Neben den schon im Vorjahr entdeckten zahlreichen Tierbauen (wahrscheinlich Dachsbaue) an der Grabenaußenseite fanden sich bereits in den obersten Schichten der Grabenverfüllung zahlreiche Opfergaben, vor allem Tierknochen und viele Eisenobjekte. So wurden z. B. innerhalb einer Fundlage bis zu 75 verschiedene Fundnummern vergeben. Das Fundspektrum reicht von rituell zerstörten Waffenresten wie Schwertscheiden, Schildbuckel, Lanzenspitzen, Schwertketten u. ä. über Reste von Werkzeugen und landwirtschaftlichen Geräten, Wagen- und Schirrungsbestandteilen zu Schmuckstücken (Glasarmreifenfragmente, Glasperlen), Fibeln, Hauskeramik und einigen Kleinsilbermünzen. Vereinzelt wurden auch wieder menschliche Knochen gefunden. Insgesamt mussten heuer viel mehr Fundnummern als letztes Jahr vergeben werden. Die meisten Fundobjekte wurden gleich gewaschen, sortiert und verpackt, zahlreiche Erdproben zur Gewinnung botanischer Reste (Samen, Getreidekörner etc.) geschlämmt.

 

- August 2003: Am Sa, 9. 8. fand wieder unser vielbesuchter Tag der offenen Tür auf der Ausgrabungsstelle in der Roseldorfer Riede Bodenfeld statt. Präsentiert wurden die schönsten Neufunde, restaurierte Altfunde aus Eisen sowie Fotos von Ausgrabungssituationen. Man konnte den Studenten beim Ausgraben zuschauen, Broschüren und T - Shirts mit unserem Projektlogo kaufen und den heißen Nachmittag mit einem Imbiss und Getränken ausklingen lassen.

 

Zum ersten Mal bestand heuer vom 10. 8. - 22. 8. für einige interessierte "Hobbyarchäologen" die Möglichkeit, an der Grabung am Sandberg aktiv teilzunehmen. Dieser "Grabungsurlaub" wurde von der ARGE Wissenschafts - Tourismus, Löfflergasse 56 A, 1130 Wien, initiiert. Ein Teil der Einnahmen ging dabei an den touristischen Zweigverein "Forum Sandberg". Neben drei "Hobbyarchäologen" aus Deutschland und einem Wiener Gymnasiasten fand sich auch ein Journalist der Süddeutschen Zeitung ein, der am 9. 9. einen ersten Artikel über den neuen "Ausgrabungstourismus" in Platt/Roseldorf veröffentlichte.

 

- Oktober 2003: Seit dem 29. 9. 2003 befindet sich der wissenschaftliche Verein "Forum Platt" auf der Begünstigtenliste des Finanzministeriums. Der Verein musste dafür einige seiner Statuten ändern bzw. adaptieren.
Die Bezeichnung "Keltenwein Sandberg" ist unter Markenschutz gestellt.
Die Kulturabteilung des Landes NÖ sagte einen Betrag von etwa 9.000 EUR für die an der BOKU Wien durchgeführte Nachbearbeitung der in Roseldorf gefundenen Getreidereste zu. Trotz der allgemein angespannten finanziellen Lage ist man sich einig, die Grabungen in der Keltensiedlung Sandberg bis 2005 sicher weiter zu führen.
Die Arbeit an der Neustrukturierung unserer Vereinshomepage wird fortgeführt, neue Elemente sind u. a. Diskussionsforum, Newsletter.
Dr. Ernst Lauermann, Direktor des Ur- und Frühgeschichtemuseums in Asparn an der Zaya, referierte dem Vereinsvorstand über das von ihm gegründete "Archäologienetzwerk" und dessen Aktivitäten. Dr. Lauermann wünscht sich eine Ausdehnung des Netzwerkes auf das ganze Weinviertel.
Als Termin für die nächste Generalversammlung wird SA, 10. 1. 2004 ab 14 Uhr im Heurigenlokal Kraus in Platt festgelegt.

 

- 11. 12. 2003: Vorweihnachtlicher Besuch von Vorstandsmitgliedern und Freunden des Forums in der Prähistorischen Abteilung des NHM Wien, Gespräch mit Abteilungsleiter Dr. Anton Kern, Besichtigung der Restaurierwerkstätte und von restaurierten Objekten der Keltengrabung Roseldorf, Hinabsteigen in den Tiefspeicher des Museums, Führung durch die Schausammlung in Begleitung von Fr. Dr. Veronika Holzer.

 

- 10. 01. 2004: Generalversammlung des "Forum Platt" und des "Forum Sandberg" beim Heurigen Kraus in Platt: Auf Einladung des Vereines hält Dr. Ernst Lauermann, Direktor des Museums für Ur- und Frühgeschichte in Asparn/Zaya einen Vortrag über das von ihm vor zwei Jahren initiierte "Archäologie - Netzwerk Leiser Berge - Mistelbach", dem bisher sechs Gemeinden angehören, darunter Großmugl. Dr. Lauermann betont, dass die Archäologie gerade für das Weinviertel eine große Chance sei, man müsse das Interesse für die Hinterlassenschaften unserer Vorfahren wecken. Für jede am Projekt beteiligte Gemeinde wurde zunächst das archäologische Erbe aufgelistet. Am Beispiel des Museums Asparn mit seinen etwa 25. 000 - 30. 000 Besuchern jährlich wird deutlich, dass man sich nicht mit Großprojekten im Wiener Raum messen kann, denn dafür fehlten einfach die Grundvoraussetzungen. Man müsse hingegen die eigene Bevölkerung aktivieren und den Tagestourismus anlocken,- auch durch verschiedenste Feste. Das wünschenswerte Ziel sei eine Ausdehnung des Archäologienetzwerkes auf das ganze Weinviertel. Die Keltensiedlung Roseldorf/Sandberg bezeichnet Dr. Lauermann als Sensation, welche eine Vorreiterrolle in unserer Region übernehmen könnte, doch müssten vor allem auch die betroffenen Gemeinden dahinter stehen. Geplant ist die Herstellung einer bunten Informationsbroschüre jeder beteiligten Gemeinde. Bisher erschienen ist die Broschüre über Großmugl in einer 1. Auflage 2003 von 2.000 Stück. Die nächste Broschüre wird sich mit dem Oberleiserberg und Ernstbrunn auseinander setzen.
Der Verein "Forum Platt" befindet sich derzeit in einer schwierigen Finanzsituation, so dass vermehrt die Suche nach Sponsoren in den Vordergrund tritt. So sind auch die für Sommer 2004 geplanten Grabungen noch nicht zur Gänze gesichert, die Grabungsdauer wird jedenfalls auf vier Wochen reduziert. Dr. Holzer, Projektleiterin, gibt einen Überblick über die im vergangenen Jahr geleisteten wissenschaftlichen Untersuchungen, so soll z. B. Ende 2004 die in Auftrag gegebene Untersuchung der Getreidefunde fertig vorliegen, weiters wurden Holzanalysen durchgeführt, C14 - Proben entnommen, mehrere Vorträge über das Projekt "Fürstensitz - Keltenstadt" Sandberg gehalten.
Die Präsentation des Vereines "Forum Platt" und des touristischen Zweigvereines "Forum Sandberg" im Internet wird kontinuierlich ausgebaut und aktualisiert.
Dr. Werner Jobst bezeichnet das "Projekt Sandberg als eines der Superlative" und regt die baldige Durchführung eines internationalen Symposiums vor Ort an, da schon sehr viel erarbeitet worden ist und man durch eine derartige Großveranstaltung gewaltige Impulse für die Fortsetzung des Projektes erwarten dürfe.

 

- Februar 2004: Im erweiterten Arbeitskreis des Vereines "Forum Platt" einigt man sich mit den beteiligten Bürgermeistern der Gemeinden Sitzendorf und Zellerndorf, noch heuer Vitrinen für die ständige Präsentation von originalen Keltenfunden anzuschaffen, einen mehrseitigen Folder drucken zu lassen sowie mehrere große Schautafeln zum Thema "Kelten am Sandberg" in Auftrag zu geben, da derzeit der öffentlichen Präsentation des bisher Geleisteten Priorität zukommt. Die Grabungsdauer am Sandberg wird auf 3 - 4 Wochen gekürzt, der Tag der offenen Tür wird entweder am SA, 24. 7. 2004 oder am 31. 7. 2004 stattfinden. Auch heuer besteht wieder für archäologiebegeisterte Menschen die Möglichkeit, jeweils eine Woche Grabungsurlaub zu buchen.

 

- Juni 2004: Die heurige Grabungssaison dauert von 12. 7. - 6. 8. 2004. Zahlreiche zahlende "Grabungstouristen" werden auch diesen Sommer das wissenschaftliche Team um Dr. Gerald Fuchs bei der Suche nach keltischen Funden am Sandberg tatkräftig unterstützen. Als Grabungsschwerpunkte wurden die zum Heiligtum gehörende, 2003 noch nicht komplett freigelegte SW - Ecke des Grabens sowie der Zugangsbereich an der Ostseite festgelegt. Die bisherigen Sponsorengelder dienen der Aufarbeitung (Zeichnen, Restaurieren, Einscannen etc.) der schon vorhandenen Fundobjekte.
Während der Grabung wird von 22. - 24. 7. eine kleine, von Dr. Dembski (Münzkabinett, KHM Wien) organisierte Fachtagung von Numismatikern aus dem In- und Ausland mit abschließender Pressekonferenz in Platt stattfinden, die der Vernetzung und dem Gedankenaustausch dienen soll und eine engere Zusammenarbeit in diesem Fachgebiet anstrebt. Münzen des bekannten Roseldorfer Typus werden derzeit auch vermehrt in Mähren und in der Slowakei gefunden.
Ein von unserer Projektleiterin, Fr. Dr. Holzer, vorgeschlagener Sponsoren- und Bürgermeistertag wird ebenfalls während der Grabungssaison mit begleitender Presseeinladung abgehalten und soll das Projekt einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen.
Dazu dient auch der beliebte Tag der offenen Tür auf dem Grabungsareal, der heuer am SA, 24. 7., von 14 - 18 Uhr stattfindet.

 

- Sommer 2004:  Auch heuer wieder wurde vom 12. 7. - 6. 8. 2004 im Bereich des keltischen Heiligtums am Sandberg erfolgreich gegraben, diesmal konzentrierten sich die Ausgrabungsarbeiten auf die NO - Ecke, die Ostseite und die schon im Vorjahr begonnene SW - Ecke der Anlage.

 

Unter den zahlreichen Fundobjekten, - erneut vor allem Überreste von rituell zerstörten Waffen sowie viele Tier- und vereinzelte Menschenknochen-, ist eine komplett erhaltene und mittlerweile schon restaurierte Pferdetrense besonders hervorzuheben.

 

Dieser Fund und viele andere konnten am "Tag der offenen Tür", dem 24. Juli, bewundert werden, daneben gab es Erklärungen und Schautafeln über die ersten Ergebnisse archäobotanischer Untersuchungen, die unsere Kollegin Anita Caneppele von der BOKU Wien durchführt.

Schaugrabung, Führungen rund um das Grabungsareal, T - Shirt - Verkauf sowie für Kinder die Möglichkeit, in Erdhaufen nach süßen "Schätzen" zu graben standen für die vielen Besucher am Programm, und zuletzt konnten sich alle bei köstlichen Imbissen und Getränken an unserer mobilen Ausschank erholen.

 

Ein Höhepunkt des erlebnisreichen Nachmittages war sicherlich die unter den wachsamen Augen unserer "Münzfachmänner" Günther Dembski und Harald Jandrasits erfolgte Bergung einer kleinen Silbermünze.

 

Heuer gab es aber auch wieder - zum 2. Mal - für an Archäologie interessierte Laien die Möglichkeit, jeweils eine Woche als "Grabungstourist" an den Ausgrabungen teilzunehmen. Insgesamt entdeckten so 11 Touristen aus dem In- und Ausland die Sandberger Kelten.

 

- 22. 01. 2005: Generalversammlung der Vereine "Forum Platt" und "Forum Sandberg" im Gasthaus Pfannhauser in Roseldorf

 

 

Nach einer Gedenkminute für alle 2004 verstorbenen Vereinsmitglieder und hier besonders für unsere frühere Schriftführerin, Fr. Waltraud Freytag, gab Obmann Pfeifer in seinem Bericht einen Überblick über die Vereinsarbeit des vergangenen Jahres: so sind von den neuen Infofoldern über das Sandbergprojekt schon mehr als 10.000 Stück verteilt worden, 4 Ausstellungsvitrinen wurden in der Großgemeinde Sitzendorf und drei in der Großgemeinde Zellerndorf untergebracht und warten auf ihre Bestückung mit keltischen Funden. Der derzeitige Mitgliedsstand beträgt etwas mehr als 250 Personen.
Die heurige Grabungssaison dauert vom 1. - 26. August (eventuell mit einer Verlängerungswoche). Erneut wird es zu zwei Terminen das allseits beliebte Angebot eines "Grabungstourismus-Wochenurlaubes" der Firma ARGE Wissenschaftstourismus geben.

 

Projektleiterin Dr. Holzer berichtete über die wissenschaftliche Arbeit der Saison 2004: über die Tierknochenfunde des ersten Grabungsjahres am Sandberg wurde bereits eine Diplomarbeit vergeben, die zeichnerische Aufnahme der Keramik des ersten Grabungsjahres konnte schon abgeschlossen werden. Aus dem Bereich des keltischen Heiligtums wurden drei C14- Daten zur Bestimmung eingereicht. Mehrere Artikel werden demnächst in wissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert, für 2006 und die Folgejahre wird in Zusammenarbeit mit dem Ur- und Frühgeschichtemuseum in Asparn/NÖ und zwei deutschen Museen,- darunter das bekannte Heuneburg - Museum-, eine Wanderausstellung über die "Kelten an der Donau" durchgeführt, wo unser Keltenprojekt einen wesentlichen Schwerpunkt der Präsentation bilden soll.

 

Nach der Neuwahl des Vereinsvorstandes (alter und neuer Obmann ist J. Pfeifer) referierten Fr. Prof. Dr. Marianne Kohler - Schneider und Fr. DI Anita Caneppele von der BOKU Wien über die "Getreidevorräte aus der Keltensiedlung Sandberg bei Roseldorf": das aus dem sog. Haus 1 der Keltensiedlung stammende und 2001 entdeckte Getreide befindet sich trotz seiner Verkohlung in einem sehr guten Erhaltungszustand. Aus dem Hausbereich wurden über 200 Liter Probematerial entnommen und davon 88 Stichproben untersucht, sowie in mehr als 1.000 Arbeitsstunden über 12. 000 Pflanzenreste geborgen. In getrennten Bereichen des Hauses fanden sich gemeinsam gelagerte Getreidekonzentrationen von entweder Einkorn + Dinkel (Wintergetreide) oder Gerste + Hafer (Sommergetreide). Der Fundzustand und die Tatsache, dass das Getreide im nicht gespelzten Zustand geborgen wurde, lässt darauf schließen, dass es sich um einst wahrscheinlich in Säcken im Hausdachgeschoß gelagertes Saatgut gehandelt hat. Weitere wichtige archäobotanischen Untersuchungen, vor allem die Wohngebäude sowie die Abfallgruben betreffend, sollen folgen.
Im Anschluss referierte Hr. Mag. Christoph Tschaikner, Inhaber der Innsbrucker Firma "Authentic marketing"
unter dem Präsentationstitel "Historische Schätze der Region heben" über transparente Durchblick - Panoramen, mit denen man Geschichte auf originelle Weise sicht- und begreifbar machen kann. Schon verwirklichte Beispiele wurden vorgestellt, die Möglichkeiten für den Sandberg aufgezeigt.
Da der Verein Forum Sandberg daran denkt, in Zukunft mehrere Infotafeln über die Kelten am Sandberg aufstellen zu lassen, um die touristische Schiene zu forcieren, ist die Gestaltung von Durchblick - Panoramen neben herkömmlichen Schautafeln eine Möglichkeit. Eine Entscheidung über eine Auftragsvergabe ist allerdings noch nicht gefallen.

 

Beide - äußerst interessanten - Vorträge fanden großen Anklang und wurden von den zahlreich Anwesenden mit Aufmerksamkeit verfolgt.

 

- Sommer 2005:  "Keltensiedlung Sandberg" 2005


Die heurige Grabungssaison am Sandberg dauerte von 1. - 26. August 2005 und erbrachte erneut schöne Befunde und Funde, darunter als besonderes Highlight am letzten Tag das Geweih eines Hirsches, eines Zehnenders.
Am"Tag der offenen Tür" am Samstag, 20. 8., konnten unsere zahlreichen Besucher wieder den Archäologen über die Schulter blicken, an Führungen teilnehmen und sich beim Grabungsbuffet stärken. Für unsere kleinen Besucher gab es die Möglichkeit, im "Schatzgräberhügel" nach Zuckerln und Glasmurmeln zu graben.
Viele nutzten die Gelegenheit, sich anschließend auch die Keltenausstellung in Roseldorf und den neuen Themenweg am Sandberg anzusehen.

 

- Jänner 2006:  Am 28. 1. 2006 fand beim Heurigen Kraus in Platt die gut besuchte Generalversammlung unserer Vereine "Forum Platt" und "Forum Sandberg" statt. Obmann Josef Pfeifer, Projektleiterin Veronika Holzer und Kassier Karl Binder gaben einen Rückblick auf die Tätigkeiten des Jahres 2005 (Grabung, Keltenausstellung in Roseldorf, Themenweg, wissenschaftliche Vorträge und Publikationen, finanzielle Aufschlüsselung der Ein- und Ausgaben der Vereine) sowie einen Ausblick auf die geplanten Vorhaben des Jahres 2006, wozu u. a. wieder eine kleine Keltenausstellung in Roseldorf zählt.

Anschließend hielt unser Gastreferent, Univ.-Prof. Dr. Fritz Steininger, Paläontologe und Direktor des Forschungsinstitutes und Museums Senckenberg, Frankfurt/M., sowie Obmann der Krahuletz- Gesellschaft Eggenburg, einen interessanten Vortrag über "Die Erde - Unser lebendiger Planet. Außerirdisch und irdisch gesteuerte "Katastrophen". Ihre Ursachen und Auswirkungen", wobei er auf die sog. Diendorfer Störung in unserer Gegend zu sprechen kam und anschaulich das tragische Schicksal der durch einen "Urzeittsunami" ums Leben gekommenen Seekühe von Kühnring darstellte.

 

- Sommer 2006:  Die heurige Grabungssaison in der Keltensiedlung Sandberg dauerte vom 31. 7. - 1. 9. 2006.

 

"Tag der offenen Tür" war am Samstag, 19. 8. 2006 von 14 - 18 Uhr am Grabungsgelände.

 

Nach mittlerweile 5 Jahren konnte das Ausgrabungsteam heuer die komplette Freilegung des großen Heiligtums feiern. Zusätzlich wurde damit begonnen, eine in der Nähe gelegene weitere kleinere Kultstätte zu ergraben, welche wahrscheinlich im nächsten Jahr ebenfalls zur Gänze ergraben werden wird.

 

Das große Interesse der Öffentlichkeit an der Keltenforschung zeigte sich nicht nur durch 2 Teams interessierter Laienarchäologen, die ihren Grabungsurlaub am Sandberg verbrachten, sondern auch durch zahlreiche Tagesbesucher auf der Grabungsstätte und vor allem am beliebten Tag der offenen Tür.

- Jänner 2007: Das "Forum Platt" übergibt die Projektträgerschaft des Forschungsprojektes "Fürstensitz - Keltenstadt Sandberg" an den neu gegründeten wissenschaftlichen Verein "Keltenforschung Roseldorf". Der wissenschaftliche Verein "Forum Platt" bleibt bestehen und widmet sich verstärkt der historischen Erforschung des Ortes Platt bzw. dessen näherer Umgebung sowie der wissenschaftlich fundierten Vorbereitung und Gestaltung von Ausstellungen in Roseldorf, welche Funde der Keltensiedlung am Sandberg zeigen.
In touristischen Belangen strebt das "Forum Sandberg" mit dem neuen Verein "Keltenforschung Roseldorf" eine gute Zusammenarbeit an, z. B. bei der Organisation des "Tages der offenen Tür" während der jährlich am Sandberg stattfindenden Keltengrabung. Seitens der Archäobotanik wurde in den Medien die sensationelle Meldung verbreitet, dass mit einem im Graben des keltischen Heiligtums am Sandberg aufgefundenen verkohlten Weintraubenkern der Nachweis erbracht wurde, dass hier vor etwa 2. 300 Jahren entweder schon (Kultur-) Weinbau betrieben wurde oder aber Rosinen aus dem Mittelmeerraum importiert worden sind.

 

- März 2007: Der touristische Verein "Forum Sandberg" erteilt den Auftrag zur Reproduktion eines kleinen dem hl. Bischof Ulrich von Augsburg geweihten Flügelaltares und dessen noch erhaltene originale Bildtafeln, die im Museum des Wiener Schottenstiftes zu sehen sind. Möglicherweise stand dieser Altar früher einmal in der alten Platter Kirche.

 

 

Wir danken dem Administrator des Stiftes Pater Mag. Johannes Jung und Hr. Dr. Martin Czernin sowie dem gesamten Konvent für die Zustimmung zur Reproduktion, weiters Hr. Mag. Peter Seeberg für seine wertvolle Beratung, die Herstellung der Bauzeichnungen, die Übernahme der Fotografien der Altartafeln, die Digitalisierung sowie die Weiterreichung an den Wiener Tischlereibetrieb Kodras, der uns die Tafeln in einem pseudogotischen Rahmenwerk als Flügelaltärchen einfasste.

Dieser kleine Ulrichsaltar ist seit 1. 4. 2007 in der Platter Ulrichskirche zu bewundern (geöffnet: Sa, So und Fei 11.00 - 18.00 Uhr).
Zusätzlich wird auf drei Stellwänden eine von Ilse Schöndorfer verfasste und gestaltete Text- und Bildausstellung über "Ulrich von Augsburg: Bischof - Reichsfürst - Heiliger - Kirchenpatron" gezeigt.
In Zusammenarbeit mit Pfarrer Msgr. Franz Mantler wurde ein neuer Kirchenfolder hergestellt, der in der Ulrichskirche zur freien Entnahme aufliegt.

- 24. 03. 2007:  Generalversammlung der Vereine "Forum Platt" und "Forum Sandberg" im Gasthaus Pfannhauser in Roseldorf. Neuwahl der Vorstände. Obmann Pfeifer gibt einen Rückblick auf die Finanzmittel, die im Laufe der vergangenen Jahre in die wissenschaftliche Arbeit (das Keltenprojekt) investiert wurden,- Finanzmittel, die gemeinsam mit dem Land, dem Bund und den Museen sowie Sponsoren aufgebracht worden sind, etwa 240. 000 EUR. Die geomagnetische Vermessung kostete rund 70. 000 EUR. Für die Platter Grabungen 2000 und 2001 wurden 4. 000 EUR aufgewendet. Für die Thementafeln des Keltenthemenweges wurden bisher etwa 60. 000 EUR bezahlt. Heuer wird der Rundweg in einer zweiten Ausbauphase um weitere 5 Tafeln ergänzt.

 

Zusammenfassend wurden bisher etwa 374.000 EUR, rund 5, 2 Mio ATS, investiert.

 

Unter den "Perspektiven" für die zukünftige Vereinsarbeit hat die Errichtung eines Aussichtsturmes am Sandberg sowie der Ausbau (Sanierung) des Güter- und Radweges zum Sandberg Priorität.

Abschließend referierte Hr. Univ.- Prof. Dr. Fritz Steininger (Krahuletzgesellschaft Eggenburg) über "Bunt bemalte Bauernmöbel - Eine Bauernmöbel- Werkstätte des Weinviertel".

 

- Juni - Oktober 2007: Bereits zum dritten Mal werden heuer in Roseldorf 129 vom Verein "Forum Sandberg" in Zusammenarbeit mit Fr. Dr. Veronika Holzer vom NHM Wien Originalfunde aus der Keltensiedlung am Sandberg zu sehen sein. Wir freuen uns auf Ihren zahlreichen Besuch!

 

- 06. 08. - 07. 09. 2007: Heurige Grabungssaison am Sandberg. Tag der offenen Tür am Sa, 25. 8. von 14.00 - 18.00 Uhr. Nur bei Schönwetter!

 

- 15. 03. 2008: Generalversammlung der Vereine „Forum Platt“ und „Forum Sandberg“ im Heurigenlokal Kraus in Platt.
Obmann Pfeifer gibt einen Rückblick auf die Arbeit im vergangenen Jahr und einen Ausblick für 2008: so ist z. B. die Asphaltierung des Güterweges zum Sandberg für 2008/2009 projektiert, es wurden Gespräche mit dem Weinviertler Leadermanagement geführt, wie man die Attraktivität des Sandberges für den Tourismus steigern könnte. Angedacht sind die Errichtung eines Aussichtsturmes, Ausbau Themenweg, eventuell Rekonstruktionen wie Heiligtum oder Grubenhäuser. Dazu wäre ein zusätzliches Sponsoring nötig.
Dr. Veronika Holzer, wissenschaftliche Projektleiterin der Grabungen, berichtet, dass zwischen 1. – 26. 9. 2008 am Sandberg gegraben wird. Der Tag der offenen Tür findet am Sa, 20. 9. 2008 von 14:00 – 18:00 Uhr statt.
In Roseldorf 129 wird es vom 7. 6. – 5. 10. 2008 eine vom „Forum Sandberg“ gestaltete und wissenschaftlich von Dr. Günther Dembski betreute Ausstellung über „Keltische Münzen aus Roseldorf: Älteste Münzstätte in Österreich“ geben.

Abschließend an die Generalversammlung referierte HR Univ.- Prof. Dr. Günther Dembski (Münzkabinett KHM Wien) über die sensationellen Münzfunde der Keltensiedlung Roseldorf/Sandberg.

 

- Jahresrückblick 2009 - Ausblick 2010 (Text: Ök. Rat Josef Pfeifer): Am Sandberg wurden heuer im mittlerweile 5. (!) keltischen Heiligtum sensationelle Funde freigelegt - die Fundstelle wird damit allmählich zum "Mekka" der Kelten! Im Frühjahr 2010 soll am höchsten Punkt des Sandberges ein hölzerner Aussichtsturm aufgestellt werden und im Gemeindeamt von Sitzendorf wird es eine Dauerausstellung keltischer Funde geben.

 

Münzausstellung Sitzendorf 2009: In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sitzendorf, dem Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums und Dr. Günther Dembski konnten vom "Forum Sandberg"/"Forum Platt" auch heuer Galvanos der äußerst bedeutenden keltischen Münzen vom Sandberg (Stichwort: Roseldorf - Älteste Münzstätte in Österreich) ausgestellt werden, diesmal in Räumlichkeiten des Gemeindeamtes.

 

Keltengrabung 2009: Projektleiterin Frau Dr. Veronika Holzer (NHM Wien) hat im vergangenen September wieder vier Wochen archäologische Grabungen am Sandberg durchgeführt. Aufgrund magnetischer Messungen wurde zusätzlich zum Grubenobjekt Nr. 14 auch auf der Sandberghöhe in der Nähe des Kreuzes ein großes Grabenquadrat mit einstiger Holzpalisade geöffnet, das sich als weiteres keltisches Heiligtum entpuppte. Der Umfassungsgraben war randvoll mit zahlreichen Tierknocken, vor allem vom Pferd, und mit unzähligen sehr gut erhaltenen eisernen Gegenständen wie Pferdetrensen, Zaumzeug- und Wagenbestandteilen und Lanzenspitzen. Am sonnigen "Tag der offenen Tür" am 12. September 2009 konnten sich die begeisterten Besucher auch Originalfundstücke ansehen.

 

Aussichtsturm - Frühjahr 2010: Im Frühjahr 2010 wird am Sandberg ein hölzerner Aussichtsturm errichtet werden, der auf insgesamt 11 Tafeln Informationen und Fotos zu Sehenswürdigkeiten in der Umgebung anbietet. Der Turm steht derzeit noch am Gelände des Archäologieparkes Carnuntum. Die Errichtung des Turmes ist einer Kooperation des "Forum Platt", Obmann Ök. Rat Josef Pfeifer, mit den beiden Großgemeinden Zellerndorf und Sitzendorf sowie dem Land Niederösterreich zu verdanken.

 

Keltenausstellung 2010: Gemeinsam mit der Gemeinde Sitzendorf und Fr. Dr. V. Holzer (NHM Wien) ist geplant, im Gemeindeamt eine Dauerausstellung über den "Fürstensitz - Keltenstadt" Sandberg einzurichten. In Nachbildungen sowie mit Originalen werden die bisher wichtigsten Funde wie Druidenkrone, Hirschgeweih, eiserne Waffen, Spielwürfel oder Münzen ausgestellt werden. Erfreulicherweise stehen uns dafür auch alle während der Ausstellung 2009 im Wiener Münzkabinett aufgehängten Texttafeln über die "Kelten vom Sandberg" zur Verfügung.

 

Rückblick 10 Jahre Verein "Forum Platt": Der Vereinsvorstand möchte sich bei allen Freunden und Unterstützern für Ihre Treue und Ihr Interesse an unseren Projekten bedanken und gleichzeitig mit Stolz und Freude auf unsere doch beachtlichen Erfolge in den vergangenen Jahren hinweisen: Initiierung der Grabungen in Platt 2000 - 2001 sowie in der Keltensiedlung ab 2001, ab 2005 jährliche kleine Ausstellungen über die Kelten in Roseldorf bzw. Sitzendorf. Realisierung des Keltenthemenweges am Sandberg sowie der Rekonstruktion des Ulrichsaltares für die Platter Pfarrkirche.

 

 

- Juli 2013: Forum Platt gratuliert dem ehemaligen Obmann Ök. Rat Josef Pfeifer zum 80. Geburtstag (untenstehende Text- samt Bildquelle: Bezirksblätter).

Mitglieder des „Forum Platt“ gratulierten Gründungsmitglied Pfeifer zum runden Geburtstag. Foto: ds
Mitglieder des „Forum Platt“ gratulierten Gründungsmitglied Pfeifer zum runden Geburtstag. Foto: ds

Verein gratulierte seinem ehemaligen Obmann zum 80er

PLATT (ds). Vor einigen Tagen wurde der ehemalige Nationalrat Josef Pfeifer aus Platt 80 Jahre alt. Dies feierte er nicht nur mit der Familie, sondern auch mit dem Vorstand des „Forum Sandberg“. Pfeifer gründete den Verein und stand viele Jahre als Obmann an vorderster Front. Während dieser Zeit wurden viele Dinge in Angriff genommen, wie z. B. die Errichtung des Aussichtsturms am Sandberg oder die Restaurierung des Flügelaltars in der Pfarrkirche Platt. Dafür dankten ihm der Vorstand des Forum Sandberg und Obmann Reinhard Zöchmann. Als nächsten Höhepunkt plant der Verein einen Tag der offenen Tür bei der Ausgrabung am 18. August. Gestartet wird ab 11 Uhr mit einem Frühschoppen mit den Musikkapellen Platt und Roseldorf. (Foto u. Text: Bezirksblätter v. 31.07.2013)

 

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Das Archivmaterial wurde von Beginn (1998) bis 2008 überwiegend der Vorgängerhomepage des Vereines "Forum Platt" übernommen. Danach gab es dort leider keine Einträge mehr. Leider konnte daraus nur Textmaterial gesichert werden. Wenn Sie uns mit diversem Fotomaterial aus dieser Zeit behilflich sein können, würden wir uns sehr freuen.

 

Die Jahre 2009 und 2010 konnten wir Anhand anderweitiger Quellen weitestgehend rekonstruieren. Bleibt noch eine zeitliche Lücke zwischen 2011 und 1. Hälfte 2015. An dieser Stelle würde ich Sie sehr gerne auf die Homepage von "Forum Sandberg" verweisen. Leider wurde aber vor kurzer Zeit diese Website vom Netz genommen. Wir arbeiten aber daran, auch diese "verschwundenen" Jahre wieder in Erfahrung zu bringen, um sie hier präsentieren zu können.

 

Ihr "Forum Platt"

Obm.Stv. Thomas Soucek (09.02.2018)

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